Ad-hoc-Mitteilung gemäss Art. 53 KR

Fokus auf Flexibilität zahlt sich für Alpiq aus

26.02.2025, 07:00 | Ad-hoc-Mitteilung gemäss Art. 53 KR

Lausanne – Zum dritten Mal in Folge kann Alpiq im Jahr 2024 mit einem bereinigten EBITDA von 962,4 Mio. CHF ein sehr gutes Ergebnis ausweisen. Das Marktumfeld war geprägt von einem weiteren Preisrückgang, begleitet von einer im Vergleich zum Vorjahr auch deutlich geringeren Preisvolatilität. Das sehr gute Ergebnis unterstreicht die starke operative Leistung und zeigt, dass sich der strategische Fokus auf flexible Anlagen in der Schweiz und den europäischen Märkten auch in einem weniger volatilen Marktumfeld auszahlt. Aufgrund der äusserst soliden Finanzsituation des Unternehmens, konnte Alpiq im letzten Jahr mehrere Anleihen in der Höhe von 910 Mio. CHF zurückzahlen.

Die strategische Ausrichtung von Alpiq auf flexible Anlagen in der Schweiz und in Europa zahlt sich auch in einem vergleichsweise weniger volatilen Energiemarkt aus. Das Umfeld ist geprägt durch die geopolitische Instabilität. Diese hält weltweit weiter an und führt zu Unsicherheiten, auch mit Auswirkungen auf die Wirtschaft. Das insgesamt schwache Wirtschaftswachstum in ganz Europa hat die Nachfrage nach Energie gedämpft und zu einem niedrigeren Preisniveau geführt. Gleichzeitig werden in ganz Europa weiterhin Projekte im Bereich erneuerbare Energien realisiert. Dies führte insbesondere in den Sommermonaten 2024 zu niedrigen Strompreisen und einer hohen Nachfrage nach Ausgleichsenergie.

Flexible Kapazitäten und Speicher sind unverzichtbar, um Erneuerbare ins System zu integrieren und das Stromnetz stabil zu halten.

Alpiq CEO Antje Kanngiesser

In diesem sich wandelnden Umfeld konnte Alpiq im letzten Jahr mit ihrem hochflexiblen Kraftwerkspark punkten: Der grosse Spielraum beim kurzfristigen Einsatz der Kraftwerke ermöglichte es, die flexiblen Wasser- und Gaskraftwerke systemstabilisierend zur Stärkung der Versorgungssicherheit und auch für das Unternehmen wertschöpfend einzusetzen. Der zweite positive Treiber war das Origination-Geschäft, das insbesondere in Frankreich, Spanien und Deutschland dank Kundennähe und einem ausbalancierten Angebotsportfolio erneut ein sehr gutes Resultat erzielt hat.

Insgesamt erwirtschaftete Alpiq im Geschäftsjahr 2024 bei einem bereinigten Nettoumsatz von 6’365,7 Mio. CHF einen bereinigten EBITDA von 962,4 Mio. CHF. Daraus resultierte ein bereinigtes Reinergebnis von 605,7 Mio. CHF. Die absoluten Zahlen liegen – auch strompreisbedingt – unter Vorjahresniveau. Unter den aktuellen Gegebenheiten fällt das Jahresergebnis jedoch erneut sehr gut aus.

Bereinigte Ergebnisse (exklusive nicht-operative Effekte)

 20242023
 Nettoumsatz (in Mio. CHF)6’365,78’396,1
 EBITDA (in Mio. CHF)962,41’183,8
 EBIT (in Mio. CHF)847,91’071,5
 Reinergebnis (in Mio. CHF)605,7819,5
Nettogeldfluss aus operativer Tätigkeit (in Mio. CHF)1’031,1618,4

Individueller Beitrag der drei Elemente Assets – Trading – Origination

Assets beinhaltet die Produktion und die dazugehörige Vermarktung. Mit einem bereinigten EBITDA von 972,1 Mio. CHF, hat dieses Element massgeblich zum sehr guten Ergebnis beitragen. Hier konnte Alpiq mit dem hochflexiblen Kraftwerkspark Wirkung entfalten. Wesentlich fürs Ergebnis waren 2024 die überdurchschnittlichen Zuflussmengen bei den Schweizer Wasserkraftwerken und die hohen Verfügbarkeiten der Kernkraftwerke in der Schweiz. Die flexible Leistung der Gaskraftwerke in Italien, Spanien und Ungarn wurde im Jahr 2024 immer öfter von den Netzbetreibern zur Netzstabilisierung abgerufen. Im vergangenen Jahr produzierte Alpiq mit ihrem Kraftwerksportfolio überdurchschnittlich viel Strom. Starke Regenfälle und die gleichzeitige Schneeschmelze führten im Sommer 2024 zu starken Überschwemmungen in den Alpen. Davon waren auch Kraftwerke von Alpiq betroffen. Alle Kraftwerke sind aber wieder in Betrieb. Zugleich konnten die unerwarteten Ausfälle der Wasserkraftwerke durch die insgesamt hohe Stromproduktion mehr als nur wettgemacht werden. Trotz der Herausforderung der deutlich tieferen Preisvolatilität konnte die aktive Bewirtschaftung der Kraftwerke erneut zum sehr guten Ergebnis beitragen und die Spielräume des Marktes nutzen. Das Resultat wurde von der aussergerichtlichen Einigung, die einen neuen Stromliefervertrag und eine einmalige Vergleichszahlung von Alpiq an WWZ in der Höhe von 50 Mio. CHF beinhaltete, belastet.

Trading umfasst bei Alpiq den Strom-, Gas- und Zertifikatehandel und erzielte in einem sehr schwierigen Marktumfeld mit einem bereinigten EBITDA von 30,1 Mio. CHF ebenfalls ein positives Resultat. Das Ergebnis ist deutlich tiefer als im Vorjahr und liegt unter den Erwartungen. Im Vergleich zu 2023 war das Jahr 2024 geprägt von deutlich tieferen Preisen und vor allem auch einer geringeren Preisvolatilität.

Bei Origination zahlte sich erneut das starke Portfoliomanagement und die Nähe zu Grosskunden aus. Abschlüsse verschiedener, langfristiger sogenannter Power Purchase Agreements (PPAs) und kompetentes Risikomanagement für die Kundinnen und Kunden durch Bewirtschaftung ihrer Produktionsanlagen fördern die Integration der erneuerbaren Energien in den Markt. Trotz tieferer Margen betrug der bereinigte EBITDA 86,5 Mio. CHF und hat damit die Erwartungen erfüllt. Wesentlich zum Erfolg beigetragen haben hier das Grosskundengeschäft in Frankreich und Spanien, aber auch kurzfristige Marktzugangsgeschäfte wie PPAs und flexible Produkte in Deutschland.

Positive nicht-operative Effekte im IFRS-Resultat

Wie bereits im Vorjahr (516.0 Mio. CHF) waren auch 2024 die nicht-operativen Effekte auf Stufe Reinergebnis mit 337,6 Mio. CHF deutlich im Plus. Die negativen Bewertungseffekte aus den Vorjahren haben sich aufgelöst und 2024 zu einem Plus von 222,9 Mio. CHF beigetragen (Vorjahr 468,2 Mio. CHF). Auch der Stilllegungs- und Entsorgungsfonds (STENFO) konnte vom positiven Trend der Finanzmärkte profitieren und hat 2024 eine Jahresrendite von 12 Prozent erwirtschaftet – das entspricht einer Fondsperformance von 114,8 Mio. CHF (Vorjahr: 47,8 Mio. CHF). Insgesamt verzeichnet Alpiq im Jahr 2024 ein Reinergebnis (IFRS) von 943,4 Mio. CHF.

Der Verwaltungsrat der Alpiq Holding AG beantragt der Generalversammlung, für 2024 eine Dividende von 162 Mio. CHF auszuschütten.

Finanzielle Resilienz von Alpiq nachhaltig gestärkt

Alpiq ist es in den vergangenen Jahren gelungen, eine äusserst solide finanzielle Ausgangslage zu schaffen. Die Resilienz des Unternehmens konnte nachhaltig gestärkt werden. Mit einer Eigenkapitalquote von 58,3 Prozent und Netto-Finanzguthaben von 428,4 Mio. CHF ist die Finanzsituation ausserordentlich solide.

Damit ist Alpiq bestens gerüstet, die Umsetzung der Strategie konsequent voranzutreiben und weiter in die Versorgungssicherheit und die Transformation des Energiesystems zu investieren.

Alpiq CFO Luca Baroni

Alpiq konnte dank der äusserst soliden Finanzsituation im letzten Jahr Anleihen in der Höhe von 910 Mio. CHF zurückzahlen. Das Unternehmen hat zunächst im Juli 2024 eine fällig werdende Anleihe in Höhe von 260 Mio. CHF zurückbezahlt und dann per Mitte November 2024 auch die Hybridanleihe in Höhe von 650 Mio. CHF vollumfänglich aus Eigenmitteln getilgt. Dadurch wird die Zinslast in Zukunft deutlich sinken.

Um sich bei der Finanzierung des strategischen Wachstums die grösstmögliche Flexibilität zu sichern, hat Alpiq ihr Finanz- und Kreditportfolio umfassend restrukturiert und Ende 2024 die grösste Kreditmarkttransaktion ihrer Geschichte durchgeführt. Sie hat sich zwei neue ungesicherte, zugesagte Kreditlinien mit einem Gesamtvolumen von 3,6 Mrd. CHF gesichert. Diese werden von 15 Schweizer und 17 internationalen Banken bereitgestellt. Bei dieser Transaktion konnten weitere Banken in den Bankenpool aufgenommen und die verfügbaren zugesagten Barkreditlinien verdoppelt werden.

Strategie mit Fokus auf Flexibilität zahlt sich aus

Durch gezielte Investitionen hat Alpiq ihr bestehendes Geschäft in den geografischen Kernmärkten sowie in den Bereichen Flexibilität, Origination und Trading im letzten Jahr gestärkt. In der Schweiz liegt der Fokus auf Investitionen in die Wasserkraft und auf dem sicheren Langzeitbetrieb der bestehenden Kernkraftwerke. Alpiq ist an fünf Projekten des Runden Tischs Wasserkraft beteiligt und hat im vergangenen Jahr insbesondere das Projekt Mehrzweckspeicher «Gornerli» weiter vorangetrieben. Dabei handelt es sich um das grösste der Schweizer Projekte für zusätzlichen Winterstrom aus Wasserkraft. Des Weiteren ist Alpiq an mehreren alpinen PV-Projekten für die dringend benötigte Winterenergie beteiligt. Im September 2024 hat Alpiq einen 10-Prozent-Anteil an der Forces Motrices d’Orsières SA erworben. Dies erfolgte im Rahmen der Erneuerung der Wasserrechtskonzessionen durch die Konzessionsgemeinden um 80 Jahre. Erstmals nach Ausübung des Heimfalls durch eine Konzessionsbehörde wird Alpiq somit Partnerin einer Wasserkraftwerksanlage, an der sie zuvor nicht beteiligt war.  

Der Umbau des Energiesystems braucht flexible Stromproduktion und Speicher. Diese ermöglichen die Integration der unregelmässig einspeisenden erneuerbaren Energiequellen. Neben ihrem bereits bestehenden hochflexiblen Kraftwerkspark, setzt Alpiq weiterhin auch auf den Zubau flexibler Anlagen. Im Jahr 2024 hat Alpiq in zwei Projekte für Batterieenergiespeichersysteme (BESS) investiert: Die Inbetriebnahme der 30-MW-Batterie in Finnland wird im zweiten Halbjahr 2025 erfolgen, diejenige der 100-MW-Batterie in Frankreich im Jahr 2026. Im Frühjahr 2024 hatte Alpiq die Mehrheit an der finnischen Wasserstoff-Pionierin P2X Solutions übernommen, einem Power-to-X-Entwickler mit Schwerpunkt auf der Produktion und dem Vertrieb von grünem Wasserstoff sowie synthetischer Kraftstoffe. Deren erste Anlage für grünen Wasserstoff ging im Februar 2025 im finnischen Harjavalta in den kommerziellen Betrieb. In Italien wiederum hat Alpiq das Gaskraftwerk Vercelli im Piemont grundlegend überholt. Dank seiner nun grösseren Flexibilität kann es wertvolle Dienstleistungen für die Versorgungssicherheit in Italien erbringen und dem Land helfen, seine Klimaziele zu erreichen.

Anhaltender Fokus auf ein «sustainable business»

Mit dem Unternehmenszweck «Together for a better climate and an improved security of supply» gibt Alpiq eine klare Richtung für eine nachhaltige Geschäftstätigkeit vor. Alpiq hat sich dafür ein Netto-Null-Ziel bis 2040 für die Emissionen der Bereiche 1 und 2 gesetzt. In diesem Jahr hat Alpiq den Nachhaltigkeitsbericht erstmals nach dem ESRS-Standard erstellt und direkt in den Geschäftsbericht integriert. Das Ziel ist es, Nachhaltigkeit zu einem integralen Bestandteil des Geschäfts zu machen. Zudem wurde Alpiq Ende 2024 im ersten Anlauf an allen Standorten als «Great Place to Work» zertifiziert.

Outlook

Das Marktumfeld wird auch im Jahr 2025 durch grosse geopolitische Unsicherheiten geprägt sein. Alpiq erwartet jedoch auch für das Jahr 2025 gute Ergebnisse aus allen drei Wertschöpfungselementen Assets, Trading und Origination und wird – dank ihrer äusserst soliden Finanzlage – die Strategieumsetzung weiterhin stark vorantreiben. Dies beinhaltet insbesondere Investitionen in die Versorgungssicherheit im Bereich der Wasserkraft, aber auch in Speicher und andere flexible Anlagen in ganz Europa, insbesondere in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und den nordischen Ländern.

CFO Luca Baroni wird Alpiq verlassen – Unternehmen stabilisiert und langfristig finanziert

Nach ereignisreichen Jahren wird Alpiq Group CFO Luca Baroni das Unternehmen im Verlaufe des Jahres verlassen. CEO Antje Kanngiesser bedankt sich herzlich bei Luca Baroni für seinen unermüdlichen Einsatz in den letzten dreieinhalb Jahren: «Luca hat Alpiq erfolgreich durch ihre grösste Liquiditätskrise navigiert und nachhaltig stabilisiert. Er hat die dazu notwendigen Prozesse und Strukturen geschaffen und umsichtig für Transparenz gesorgt. Zudem hat er die finanzielle Steuerung konsequent nach den Wertschöpfungselementen Asset, Trading und Origination ausgerichtet. Gleichzeitig hat er auch in äusserst turbulenten Zeiten seinen Humor und vor allem die Menschlichkeit nie verloren». Alpiq wird den Nachfolgeprozess umgehend einleiten und nach der Stabilisierungsphase nun die konsequente Strategieimplementierung vorantreiben. Verwaltungsratspräsident Johannes Teyssen sagt: «Luca hinterlässt ein dafür bestens kapitalisiertes und finanziertes Unternehmen. Mit der Rückzahlung der 650 Mio. CHF Hybridanleihe und der Sicherstellung der langfristigen und breit abgestützten Kreditmarktfinanzierung in der Höhe von 3,6 Mia. CHF hat er die Grundlage für eine effiziente und konsequente Strategieimplementierung geschaffen.» Luca Baroni wird Alpiq spätestens am 1. November 2025 verlassen und einen nahtlosen Übergang sicherstellen.

Über Alpiq

Alpiq ist eine führende Schweizer Stromproduzentin und Energiedienstleisterin, die europaweit aktiv ist. Sie bietet den Kunden umfassende und effiziente Dienstleistungen in den Bereichen Energieproduktion und -vermarktung sowie Energieoptimierung. Seit mehr als 100 Jahren produziert Alpiq klimafreundlichen und nachhaltigen Strom aus CO2-freier Schweizer Wasserkraft. Das Kraftwerksportfolio umfasst zudem Beteiligungen an zwei Schweizer Kernkraftwerken sowie flexible thermische Kraftwerke, Windparks und Photovoltaikanlagen in Europa. Alpiq Holding AG ist eine privatrechtliche Aktiengesellschaft mehrheitlich in privater Hand. Sie wird zu 100 Prozent von den drei Aktionärsgruppen der Schweizer Kraftwerksbeteiligungs-AG (SKBAG), dem Konsortium Schweizer Minderheitsaktionäre (KSM) und der EOS Holding SA (EOS) kontrolliert. Die Alpiq Gruppe beschäftigt gegen 1’350 Mitarbeitende und hat ihren Sitz in Lausanne.

Geschäftsbericht der Alpiq Gruppe

Weitere Informationen zu Alpiq finden Sie auf www.alpiq.com

 

Quelle Titelbild: EKW, Engadiner Kraftwerke AG, Fotograf: Gian Andri Giovanoli